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Achim, Kriminalbeamter i.R., dienstunfähig mit 43 Jahren:



Das Schlimmste für mich ist, diese brutale Atemnot, keine Luft mehr zu kriegen und gierig das Kortison zu nehmen, das die Knochen zerstört und den Blutdruck in schwindelerregende Höhe treibt.

Ich war 36 Jahre alt, hatte meinen Traumberuf, meine Traumfrau und war gerade stolzer Vater einer Tochter geworden, als ich eine Art Dauerschnupfen bekam, der trotz Behandlung nicht wegging. Als nach Monaten trockener Reizhusten dazukam, wurde ich zum Lungenarzt überwiesen. "Sie haben Asthma!" war seine Diagnose. Asthma, was soll das sein? Ich ging doch regelmäßig joggen, spielte Tennis und hatte 7l Lungenvolumen. Schon bald erlebte ich beim Joggen in der Kälte was Atemnot ist. Die Bronchien schwellen unter der Entzündung an, verkrampfen sich und Schleim blociert die Luftwege zusätzlich. Es wird verdammt eng. Entsetzliche und manchmal fast komische Laute kommen aus der Brust, wie Rasseln, Walgesang, Katzenjammer oder weinende Kinder. "Giemen und Pfeifen" nennen es die Ärzte.

Trotz Kortison und mehrerer anderer Medikamente ging es mit meiner Gesundheit bergab. Mein Arzt war ratlos, denn er fand keine Ursache. Nach einem Jahr bekam ich zu Weihnachten erstmals schwerste Atemnot, vor allem nachts. Es ist brutal, keine Luft mehr zu bekommen. Gierig sprühte ich das Kortison in mich hinein, das aber kaum half. Die Medikamente, die einen künstlich unter Stress setzen, um die Bronchien zu weiten, machten mich zittrig! Nebenwirkungen nennt man das. Meine Frau war voller Angst und legte ihre Hände auf meine Schulterblätter. Das tat gut. Morgens nach Einnahme der Medikamente und Abhusten des Schleims, schlich ich dann zur Arbeit. Nach 400 m zum Bus war ich schwer am Schnaufen. Auf der Arbeit wirkten dann die Medikamente langsam.

Nach zwei Jahren, kamen wir durch gleiche Beschwerden eines Kollegen darauf, dass unser Laserdrucker für die Beschwerden verantwortlich war und wir konnten es nachweisen. Ich kam dann gleich zur Kur und nach drei Tagen an der Nordsee konnte ich wieder durchatmen, als wäre ich kerngesund. Sogar Joggen war wieder möglich. Nach der Kur wechselte ich gleich die Dienststelle und kam in einen druckerfreien Bereich. Als ich mich in meiner alten Dienststelle verabschiedete, stand ich kurz vor dem Druckerraum um einem Kollegen die Hand zu geben. Das war am Freitag und ich fühlte mich kerngesund. Schon am Montag hatte ich wieder schwerste Entzündungen der Atemwege. Meine Ärzte waren ratlos. Die Lungenfunktion in den feinen Bronchien lag unter 20 %. Die ständigen Entzündungen zerstörten schleichend mein Lungengewebe.
Durch Meidung der Laserdrucker konnte ich mich dann noch eine Weile stabilisieren. Meine Berufskrankheit durch Laserdrucker wurde nach fast drei Jahren anerkannt. Dann aber wurden im großen Stil Laserdrucker von Kyocera angeschafft, die angeblich harmlos sein sollten. Meine Entzündungen wurden wieder schlimmer. Von der nächsten Kur kam ich krank zurück. Schließlich meinte mein Lungenarzt, wenn Du noch leben willst, musst Du Deinen Beruf aufgeben.
Er hatte Recht und so warf ich sechs Jahre nach Beginn meiner Erkrankung schweren Herzens meinen Antrag auf Überprüfung meiner Dienstfähigkeit in den Briefkasten. Der Chef des personalärztlichen Dienstes untersuchte mich höchst persönlich. Sein Urteil war eindeutig, ich war dienstunfähig und so wurde ich mit 43 Jahren in den Ruhestand geschickt! Erster Kriminalhauptkommissar a.D.!

So verlor ich erst meine Gesundheit und dann meinen Beruf. Die Krankheit aber blieb mir treu, denn die Laserdrucker stehen inzwischen überall, auch bei Ärzten und in Kliniken. Kurze Kontakte genügen und ich bekomme wochenlang schwere Entzündungen und schwerste Atemnot. Atemlos durch die Nacht! Wie ein alter Mann ziehe ich mich dann morgens am Geländer die sechs Stufen zu meinem Badezimmer hoch. Auch meine Energie ging immer mehr in den Keller. Als ich nach der brutalsten aller Nächte morgens von meiner Frau zum Arzt zu meinem Lungenarzt gefahren wurde, meinte der nur "furchterregend". "Eigentlich darf ich Ihnen gar kein Kortison mehr spritzen, denn allmählich zerbrösel ich Ihnen die Knochen." Er hatte Recht, eine Rippe war schon angebrochen, ohne äußere Einwirkung, einfach nur vom Atmen. Auch der Blutdruck schoss durch das Kortison in schwindelerregende und lebensgefährliche Höhe. Die Nebenwirkungen hatten mich ziemlich im Griff. Ich zog die Notbremse, machte eine Schwermetallausleitung, ging zur Heilerin, nahm auf Rat meiner Umweltmediziner Weihrauchkapseln gegen die Entzündungen und spritzte mir Vitamin B12 und vor allem mied ich Laserdrucker noch konsequenter und vor allem auch Aluminium, das nicht nur in Tonern enthalten ist, sondern insbesondere in Deos, Impfstoffen, Tetrapaks von Fruchtsäften. Auch Joghurtdeckel sollte man nicht ablecken. Langsam besserte sich meine Gesundheit, nur die zerstörten Lungenzellen kommen nicht wieder. Zum Glück hatte ich mal sieben Liter Lungenvolumen.

Es war nicht leicht, mitten im Leben krank zu werden und anfangs nicht zu wissen warum. Es ist auch nicht witzig, von Kollegen, Freunden und Familienangehörigen schräg angesehen zu werden und mitten im Leben den Traumberuf aufgeben zu müssen. Es war auch nicht leicht, ein kranker Ehemann und Vater zu sein. Das Schlimmste für mich ist, diese brutale Atemnot, keine Luft mehr zu kriegen und gierig das Kortison zu nehmen, das die Knochen zerstört und den Blutdruck in schwindelerregende Höhe treibt. Das Allerschlimmste wäre für mich aufzugeben, doch das kommt nicht in Frage. Deshalb werden wir die irrsinnige Belastung unserer Atemluft und die Zerstörung von Gesundheit durch Toner und Nanopartikel aus Laserdrucker stoppen.

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