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Der Dreck aus den Druckern und die Folgen

Sabine, 40 J., Mutter

"Ungerechtigkeit und Angst"

Vor 6 Jahren wurden die bestehenden Drucker gegen Laserdrucker der Marke Kyocera ausgetauscht. Mein Büro war ca. 15 m² groß und ich teilte es mir mit einer Kollegin. Es gab kein Fenster. Lediglich eine Lüftungsanlage war vorhanden. Der große Multifunktionsdrucker war ca. 1 m von meinem Schreibtisch entfernt. Wir druckten mehrere tausend Blatt Papier pro Tag.

Bereits nach kurzer Zeit bemerkte ich erstmals schwarze Spuren im Taschentuch, nachdem ich mir die Nase geputzt hatte. Es verging einige Zeit, bis ich die Beschwerden auf die Arbeitsplatzsituation zurückführen konnte. Ich meldete dies dem Sicherheitsbeauftragten meines Arbeitgebers. Von dort erhielt ich die Auskunft, dass es sich um normalen Staub am Laserdrucker handeln würde. Ich glaubte dies und machte mir keinerlei Gedanken mehr. Den schwarzen Spuren im Taschentuch folgten schwarz rußige Hustenauswürfe, die später mit Blut vermengt waren. Des Öfteren meldete ich den Kollegen aus dem IT-Bereich, dass etwas mit den Druckern nicht stimmte. Es passierte nichts. Ich fand Tonerspuren an den Geräten, ja sogar an den Wänden!

Mein gesundheitlicher Zustand wurde in den nächsten Jahren immer schlimmer. Ständige Erkältungen, Schleim, der den Rachen hinunterlief, ständiges Räuspern, Ohrenentzündungen, heftigste Muskelkrämpfe, Tinnitus, Verdacht auf Lungenkrebs, schweres Asthma, Allergie auf Tonerbestandteile, Fibromyalgie, Bluthochdruck und Niereninsuffizienz sowie eine Überempfindlichkeit gegen verschiedenste chemische Stoffe sind die Folge! Meine Gesundheit ist völlig ruiniert! Viele unangenehme Untersuchungen musste ich über mich ergehen lassen.

Nachdem ich eines Morgens vor 2 Jahren so heftig hustete, Blut und schwarzen Ruß ins Waschbecken spuckte, kam meine kleine Tochter zu mir. Völlig verängstigt fragte sie mich, ob ich nun sterben müsse. Für mich war das eine grausame Situation. Ich musste dem Kind die starke Mutter vorspielen, den Vorfall beschwichtigen und mir meine panische Angst nicht anmerken lassen.
An diesem Tag ging ich wie gewohnt zur Arbeit. Ich war aber nun, durch diesen Vorfall fest entschlossen, dass nun endlich an der Druckersituation etwas geändert werden müsse. Es passierte wieder nichts. Mein schlechter Gesundheitszustand blieb. Ich ließ aber dieses Mal nicht locker. Energisch wandte ich mich an Betriebsrat, Abteilungsleiter sowie schließlich an die Geschäftsleitung und stellte fest, dass in meiner Abteilung weitere Kollegen betroffen waren!

Ich ging zu einem Lungenarzt, der den Verdacht auf Lungenkrebs aussprach. Ich war völlig geschockt. Mir riss jemand den Boden unter den Füßen weg. Mein erster Gedanke war, ob ich meine kleine Tochter noch großziehen könne. Es war ein schrecklicher Schock! Es vergingen drei Monate, bis ich einen Termin zu einer Lungenuntersuchung bekam. Ich ging durch die Hölle.

Die Berufsgenossenschaft lehnte eine Anerkennung der Berufskrankheit ab, so dass ich klagen muss.

Meine Gesundheit ist ruiniert. Ich bin 40 Jahre alt, Mutter einer kleinen Tochter und neben der ständigen Angst, wie schlimm sich mein Gesundheitszustand entwickeln kann, kommt eine Existenzangst hinzu. Ich fühle mich von den Verantwortlichen, wie z.B. Arbeitgeber, Berufsgenossenschaft, Druckerhersteller sowie von den Politikern allein gelassen. Ich bin mir sicher, dass die entsprechenden Behörden sowie Druckerhersteller die Umstände wissen, aber aus Angst vor Schadenersatzforderung sämtliche Zusammenhänge ablehnen. Ich glaube, dass es hier Parallelen zu den Asbest-Erkrankten gibt!

Hier geht es nicht um die Gesundheit von Menschen, sondern lediglich um Profit!!!!

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